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Der Plan vom Sonntagberg

Die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit und zum Hl. Erzengel Michael gehört dem Benediktinerkloster Seitenstetten und ist einer der bekanntesten und populärsten Wallfahrtsorte Österreichs. Um das Jahr 1440 ließ Abt Benedikt I. von Seitenstetten am Sonntagberg die erste Kapelle errichten. Ihre heutige Gestalt erhielt die nachmalige Basilika am Sonntagberg durch den großen barocken Umbau durch die Barockbaumeister Josef Munggenast und Jakob Prandtauer, der in den Jahren 1706 bis 1732 im Auftrag der Äbte von Seitenstetten ausgeführt wurde. Wohl nicht zufällig wurde hierbei eine Bauform gewählt, welche dem gesamten Bau das Aussehen einer Schmuckschatulle gibt.

 

Der Plan vom Sonntagberg gibt an acht mit Buchstaben gekennzeichneten Orten und mit einer graphischen Darstellung Hinweise auf mysteriöse Begleitumstände, die mit der Basilika und deren Umfeld zu tun haben.Im Folgenden werden die acht markierten Buchstaben eingehender vorgestellt.

 

A: I – Baum und dessen Blätter. Eindeutiger Bezug zur Yggdrasil – Esche der germanischen Mythologie mit dem Weltenbaum. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass diese ständig von einer Ziege gefressen werden, um den Zeitenlauf zu gewährleisten. Ähnlich dem Lebensfaden, den die drei Nornen Urd, Skuld und Vedandi spinnen. Nicht nur dass die Nornen den Lebensfaden der Menschen spinnen, sie personifizieren auch die drei Lebensalter der Frau.

 

B: Süße Währung – Buchstabenanzahl. Bezieht sich auf das Himmelsbrot „Manna“, d. h. 5.

 

C: „B. Minor“, d. h. Kleiner Seelenspiegel, beschäftigt sich mit der Selbsterkenntnis und hier bedeutet „Minor“ die Einsicht in die eigene Kleinheit.

 

D: Santa Prospera bezieht sich auf das himmlische Engelskonzert. Ein solches ist auf der Orgelempore der Benediktinerinnenabtei Nonnberg aus der Zeit um 1350 abgebildet ist.

 

E: Heiliger Vorname – der erste Buchstabe – hier „S“ von „Salvator“ von Iesus Homium Salvator – und bedeutet in Übersetzung „ Jesus – Heiland – Seligmacher der gesamten Menschheit“. 

 

F: Anzahl großer Tierkrallen. Nimmt Bezug auf den Brief des Papstes an den Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (gest. 1250), worin dieser mit einer aus dem Meer steigenden Bestie verglichen wird. Ebenso erscheint im Prolog von Dantes Göttlicher Komödie ein Leopard mit seinem gefleckten Fell und seinen geschmeidigen Bewegungen als Symbol und Verkörperung der Todsünden der Wollust und der Luxuria.

 

G: Die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit und zum Hl. Erzengel Michael gehört dem Benediktinerstift Seitenstetten. wieder Legendär ist die Erzählung vom „Zeichenstein“. Einst soll ein Schafhirte seine Lämmerherde verloren haben und fand die Tiere trotz langer Such nicht mehr. In seiner Bedrängnis rief er die Hl. Dreifaltigkeit an und erhielt zur Stärkung ein Brot. Bald darauf entdeckte er auch seine verlustig gegangenen Tiere.

 

H: Wasserstelle zur Analyse und ähnlich einem Anagramm ergibt die Addition das Geburtsjahr 1718.

 

Goldener Schnitt: Der Schnittpunkt der Koordinanten auf der x – und y – Achse ergeben den Standort des Schwarzen Steins.

 

Fazit: Am Plan vom Sonntagberg wird zunächst versucht mit den Buchstaben A bis H mithilfe von gestellten Aufgaben versucht vom eigentlich Wichtigen abzulenken. Am Schnittpunkt der beiden Koordinaten befindet sich ein Schwarzer Stein, exportiert aus dem Stift Klosterneuburg! In den lokalen Überlieferungen wird der mysteriöse Stein oftmals mit dem Zeichenstein gleichgesetzt. Dies ist jedoch nicht richtig! Der Zeichenstein vom Sonntagberg ist vielmehr ein Äquivalent des Tafelssteines von Maria Taferl.

 

Von Dr. Peter Kneissl 

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