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Ötscher - Der Fudschijama Niederösterreichs

,,Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler“ 

 

Liebe Freunde, viele von euch kennen wahrscheinlich den Ötscher nicht ? Oder doch ? 

Naja, es ist ein Berg in Niederösterreich der unzählige Mythen und Legenden zu erzählen hat. Man könnte fast schon sagen dass dieser Berg wie der Untersberg einer von den Sagenträchtigsten Bergen in Österreich ist. Man nenn diesen Berg auch "Fudschijama" Niederösterreichs oder auch "Vaterberg", "Hohe Majestät“. Eine Namensgebung die um 400 v. Chr. von in die Gegend eingewanderten Kelten stammt. Für die Kelten war es der „Vaterberg“. Wen wundert es also, dass der Ötscher einst als Sitz von Göttern, Geistern und Hexen galt und sich zahllose Sagen und Mythen um ihn ranken.

 

Vor Jahrhunderten wurde dieser Berg einst ,,Heilig“ genannt. Auch heute spürt man die Kraft des Ötschermassivs. Aber nicht nur dass. In meinem Buch ,,DER MAGISCHE DREISESSELBERG“ wurde auch nachgewiesen dass sich dieser auf der Externsteinlinie befindet. 

,, …. Man könnte diesen energetischen und geomantischen Mechanismus als einen pulsierenden Herzschlag bezeichnen, der sich parallel mit dem Drachenkamm und der Externsteinlinie verbindet und sich bis zum Ötschermassiv hinzieht.“  Der Magische Dreisesselberg 

Schon seit alten Zeiten hat der Ötscher als beherrschender und formschönster Berg Niederösterreichs sowohl das Interesse der Bewohner seines Vorlandes als auch das der Forscher und Wissenschafter erweckt. In besonderem Maße waren es die Karstformen, und hier in erster Linie die geheimnisvollen, bis tief in den Berg reichenden Höhlen, die zunächst in Sage und Mythologie des Volkes, später in der strengen Wissenschaft eine besondere Rolle im Alpenraum einnahmen. Ein besonderes Merkmal galt dem sogenannten ,,Geldloch“ der bedeutendsten Höhle in diesem Gebiet. Hier wurde in Vergangenheit in einem Bericht an den Kaiser erstmals von einem Wetterloch berichtet, einem jener geheimnisvollen Felsöffnungen nahe dem Gipfel, die im Volksglauben als Aufenthaltsort von Wetterhexen und anderen Dämonen eine große Riesen sei !

 

In der Ötschergegend hört man folgende Sagen: 

 

Riesen und Bergmandln

Vor Zeiten hausten im Ötschergebiete gewaltige Riesen. Ihre Lust war es, ungeheure Felsbrocken aus den Bergen zu brechen und sie einander wie Bälle zuzuwerfen. Dann wieder rissen sie die höchsten Tannen aus, um mit ihnen wie mit Lanzen aufeinander loszugehen. Im Wettlauf stürmten sie den Ötscher hinauf und herunter, Tiere und Menschen unter ihren Füßen zertretend. Und wenn sie von ihrem tollen Treiben hungrig und müde geworden waren , brieten sie ganze Ochsen an einem Feuer, verschmähten aber auch Hirsche, Rehe und Gemsen nicht, ja sogar Menschenfleisch verachteten sie nicht.

Da aber zog das Christentum in das Ötscherland ein und die Leute errichteten Kreuze und Bildstöcke, vor denen sich die Riesen bald scheu in die tiefsten Schluchten zurückzogen. Nur einer von ihnen wollte nicht weichen. Wo er ein kreuz antraf, zerstampfte er es am Boden und erblickte er im Tal eine fromme Beterschar, befahl er den Berggeistern, seinen Dienern, ein fürchterliches Unwetter über die frommen Waller zu senden, sodaß diese entsetzt auseinanderstoben. Als es mit dem Riesen immer schlimmer wurde, kamen die verzweifelten Bauern zum Prior der Kartause Gaming, um ihm ihre Not zu klagen und um Abhilfe zu bitten. Dieser machte sich sofort auf den Weg. Noch bevor er Lackenhof erreichte, hatten die kleinen Bergmandel dem Riesen schon sein Kommen angezeigt. Der Riese wollte den Prior auf dem Riffel erwarten und dort den Kampf mit ihm aufnehmen, obwohl die Bergmandeln ihn vor der Macht des Kreuzes warnten. Endlich tauchte der fromme Mönch auf , schon von weitem hielt er dem Riesen seine Schandtaten vor und forderte ihn in Gottesnamen auf, das Ötschergebiet zu verlassen. Der aber lachte nur, ergriff einen ganz ungeheuren Felsblock und wollte ihn auf den Prior schleudern. Dieser zog rasch ein hölzernes Kreuzlein aus den Falten seines Habits, hielt es dem Unhold entgegen und reif: "So werde selbst zu Stein, der du einen Diener Gottes mit einem Stein bedrohst!" Im gleichen Augenblick entfiel der Stein den Händen des Riesen, seine Glieder wurden starr und steif und sein ganzer riesiger Körper wurde zu hartem Gestein, zu einem großen Felsblock. Und als solcher muß er auf der Höhe des Riffels bis zum jüngsten Tag stehen. In der Johannesnacht aber kommen die kleinen Bergmanderln, setzen sich zu Füßen des steinernen Riesen, um ihn mit Musik und ihrem munteren Plaudern zu erfreuen. Und tatsächlich scheint das steinerne Mandl sie jedesmal lächelnd zu begrüßen.

 

Der heutige Besuch … was soll ich sagen ? Betritt man alleine den Wald und das Massiv , geht man abseits der Wege, hören wir stimmen und Töne aus dem Wald die es nicht geben dürfte und die einem auch Gänsehaut einjagen können.

 

Die Schätze der Gula in den Ötscherhöhlen

Zur Zeit Karls des Großen lebte in Mautern an der Donau die reiche Witwe Gula. Den Armen zu helfen, wurde ihr zur Freude. Weit und breit war dies bekannt und der Ruf von ihrem Reichtum drang sogar ins Land der wilden Awaren. Als nun diese beutegierigen Räuber ins Donautal einfielen, wollten sie sich auch der überaus großen Schätze der Frau bemächtigen. Doch sie zog es vor, ihre Heimatstadt zu verlassen und in den Bergen Schutz vor den Barbaren zu suchen. Auf eilendem Rosse und mit dem einzigen Söhnlein auf den Armen zog sie, verfolgt von einem Häuflein beutelüsterner Awaren das Traisental aufwärts. Doch auch hier war ihr Aufenthalt kein sicherer, denn bis in die entlegensten Seitentäler waren die Verfolger ihr hart auf den Fersen. Da gewahrte sie in der westlichen Ferne einen mächtigen Berg, den Ötscher, von dem sie wußte, daß seine Höhlen ihnen sicheren Zufluchtsort böten. Sie stieg nun mühsam den Berg hinan und flüchtete in eine der Höhlen. Im Taubenloch wohnte sie, im Geldloch bewahrte sie ihre ungeheuren Schätze an Gold und Silber. Hier war sie geborgen, so weit drang kein Fuß eines Awaren, so weit drang kein Waffenlärm. Lange Jahre hauste die Witwe mit ihrem Knaben auf den Höhen des Ötschers. Der Junge wuchs in der würzigen und kräftigen Bergluft zu einem gewaltigen Riesen heran. Schon mit zehn Jahren knickte er die stärksten Baumstämme, als ob er Strohhalme bräche. Als er zum Manne herangewachsen war, waren die Awaren neuerdings ins Donauland eingedrungen und Karl der Große rüstete ein gewaltiges Heer gegen die Horden. Da verließ Änother, der Riese, dem die Höhle zu klein geworden war, seine Mutter und schloss sich dem Heereszuge des großen Kaisers an. Seine wilde, baumhohe Gestalt mit den meterlangen Haaren flößte den Feinden Furcht und Schrecken ein. Wie einst Christophorus durchwatete er die Flüsse und erschlug mit seinem großen Schwerte Tausende von Awaren. Einige Erschlagene steckte er auf seinen Spieß und trug sie so leicht mit sich, als hätte er Krammetsvögel. Nachdem die Awaren verjagt waren, blieb Änother in Wien zurück und wurde der Stammvater eines Geschlechtes. Seine Mutter starb im Taubenloch des Ötschers und ihre Schätze blieben im Geldloch zurück. Sie sind so gut verwahrt, daß sie bis heute noch niemand gefunden hat. 

 

Teufel und Hexen auf dem Ötscher

Der Ötscher wird in der Sage auch "Hetscherlberg" (Hetscherl = Hagebutte) genannt. Man denkt sich seine Hänge dicht mit Dornengestrüpp bewachsen. Unzählige böse Geister wohnen auf dem Berg, denen es dort so schlecht ergeht, daß sie sich sogar nach der Hölle zurücksehnen. Zwischen dem eisigen Torstein und der Schauchenspitze hat der Teufel seinen Sitz und wie er an heiteren Tagen die Schneewolken herumwirbelt, so gibt er zur Nachtzeit durch feurige Funken von seiner Anwesenheit Kunde. In der Walpurgisnacht und in den Rauhnächten wird der Ötscher zum Sammelplatz der Hexen, die dort ihren Hexensabbat feiern.

 

Die Teufel im Inneren des Ötschers 

Die Höhlen im Bergmassiv des Ötschers wurden einst auch zum Quartier einer Schar von Teufeln, in das sie vom Oberteufel verbannt worden waren, weil ihr Treiben selbst ihm zu bunt geworden war. Dort soll es ihnen derart übel ergehen, daß sie sich sogar nach der echten Hölle mit ihren Schrecken zurücksehnen. 

 

Die Teufelskirche am Ötscher

Die Teufelskirche. So heißt eine große Grotte am östlichen Abhang des Ötschers, wo im Hochsommer die Weideochsen gerne Schutz vor der Sonnenhitze suchen und in behaglicher Ruhe ihren Mittagsschlaf halten. Kundige Leute haben gefunden, dort sei der Ort, wo man die höllische Herrlichkeit zitieren und selbstverständlich schweres Gold von ihr erpressen könne. In der neueren Zeit will man erfahren haben, daß es damit doch nicht so leicht gehe.

Ein Maurer - er lebte schon in der Zeit, die wir die unsere nennen, wo man gerne wenig arbeiten, aber viel Geld besitzen möchte - wandert in der eben angedeuteten Absicht nach der Teufelskirche. Mit allen Behelfen zu der wichtigen Unternehmung versehen, fängt er seine Beschwörungen an, doch Satan erscheint nicht. Er wiederholt seine Formel, doch vergebens. Nach zwei Tagen, sagt man, sei er wieder zu seinem gewöhnlichen Tagewerk erschienen, kleinlaut, verdrossen, halb verhungert. Die Leute wollen sogar wissen, daß er später mit sich einig geworden, lieber mit Gottes Hilfe Brot als mit des Teufels Hilfe Gold zu suchen.

 

Unheimliche Fische im Ötscher

Im Ötscher gibt es eine Höhle, die Geldloch oder Goldloch geheißen wird. An ihrem Ende im Inneren des Berges dehnt sich ein unterirdischer See aus, in dem schwarze Forellen schwimmen. Diese sollen verwunschene Seelen sein, die in diese Gestalt gebannt wurden.

Der Tatzelwurm auch im Ötschergebiet? Der Großvater der Frau T., er war auch Förster, hat sein Revier am Scheiblingstein gehabt; er hat oft gsagt, daß das vom Tatzelwurm net wahr is. Aber da is er am Sonntag einmal ieben gsessen auf dem Scheiblingstein und es war schön ruhig und die Sonn im Aufgehen. Neben ihm war's aber auf einmal so, als ob wer a Kettn abizogn hätt, so hat es getan über die Schrofen abi; da hat er dann doch glaubt, daß es der Tatzelwurm war; aber es is so schnell gangen, daß er nix Genaues gsegn hat. 

 

Literaturverzeichnis: 

Das Sagenbuch der Österreichischen Eisenstraße: Eine Erweiterung des Sachbuchs "Steirische Eisenstraße" von G. Jontes (2004) mit freundlicher Genehmigung des Autors - Herausgegeben und erläutert von Dr. Günther Jontes 

https://austria-forum.org/af/Kunst_und_Kultur/Bücher/Teufel%2C_Berggeist%2C_Türkennot/Ötscher

https://www.zobodat.at/pdf/Hoehle_023_0160-0167.pdf

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